Das Grödnertal in Südtirol auf einen Blick
Das Grödnertal (ladinisch Ghërdëina, italienisch Val Gardena) liegt als Teil der Grödner Dolomiten in Südtirol und ist rund 30 Kilometer lang. Drei Dörfer reihen sich an der Talstraße auf: St. Ulrich unten, St. Christina in der Mitte und Wolkenstein ganz oben unter der Sellagruppe. Das Tal gehört zu den fünf Tälern, in denen Ladinisch gesprochen wird. Seit 1989 ist Ladinisch in Südtirol dritte Amtssprache neben Deutsch und Italienisch.
Die meisten Gäste kommen wegen des Seceda-Grats über St. Ulrich, wegen des Langkofels und wegen der Lifte, die im Winter an den Sellaronda-Skizirkus anschließen. Als Standort taugt das Tal gut, weil jedes Dorf eine Bahn oder eine Bushaltestelle in kurzer Gehweite vom Zentrum hat.

Die drei Orte im Grödnertal und ihre Namen
Jedes Dorf hat drei Namen, und die Wegweiser nutzen alle. Auf den deutschen Seiten nennen wir den deutschen Namen zuerst.
| Deutsch | Italienisch | Ladinisch | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|
| St. Ulrich | Ortisei | Urtijëi | Talstation der Seceda-Bahn, Busknoten am Antoniusplatz |
| St. Christina | Santa Cristina | S. Crestina | Gondelbahn Col Raiser |
| Wolkenstein | Selva | Sëlva | Einstieg in die Sellaronda, Gondel Dantercëpies |
Beim Zensus 2011 gaben in St. Ulrich rund 84 %, in St. Christina 91 % und in Wolkenstein 90 % der Einwohner Ladinisch als Sprache an. Du hörst es im Laden und im Bus, mit Deutsch und Italienisch kommst du aber überall durch.
Touren im Grödnertal und in den Dolomiten
Geführte Wanderungen, Fototouren und Tagesausflüge zur Seceda und zum Langkofel, mit aktuellen Preisen und Verfügbarkeit.
Die Seceda ab St. Ulrich in Kürze
Die Seceda ist der Grund, warum die meisten in St. Ulrich Halt machen. Zwei Bahnen bringen dich hinauf: zuerst von St. Ulrich nach Furnes, dann von Furnes zum Grat. Im Sommer 2026 fahren sie vom 22. Mai bis 2. November, täglich von 8:30 bis 17:30 Uhr. Eine Berg- und Talfahrt kostet für Erwachsene 74 €, Junioren von 8 bis 15 Jahren zahlen 37 €. Seit 22. Mai 2026 wird die Auffahrt ab St. Ulrich online in festen 30-Minuten-Zeitfenstern verkauft. Die Tickets sind nicht erstattbar und nicht umbuchbar.
Ein privates Drehkreuz am Weg zum bekanntesten Aussichtspunkt verlangt 2026 einen Eintritt von 5 €. Laut Presseberichten prüften die Behörden die Rechtslage, den Ausgang konnten wir nicht bestätigen. Preise und Regeln für den Sommer 2027 sind noch nicht veröffentlicht. Alles Weitere zu Zeitfenstern und Wanderungen steht im Seceda-Guide.

Grödner Joch: das geplante Fahrverbot, das nicht kam
Das Grödner Joch (italienisch Passo Gardena) liegt auf rund 2.121 m und verbindet das Grödnertal mit dem Gadertal. Es ist einer der meistbefahrenen Pässe der Dolomiten, an Sommertagen sind bis zu 11.000 Fahrzeuge unterwegs.
Geplant war ein Durchfahrtsverbot für alle motorisierten Fahrzeuge ab 1. September 2026, mit Ausnahmen für Anlieger, Übernachtungsgäste und Lieferanten. Laut ADAC mit Bezug auf den ORF wurde es vorerst nicht umgesetzt. Stattdessen gab es eine digitale Testphase zur Datenerhebung, deren Ergebnisse mit den Gemeinden und der Bevölkerung besprochen werden sollen. Eine Gastgeber-Seite aus dem Tal beschreibt sie als freiwillige digitale Verkehrslenkung vom 22. September bis 5. Oktober 2026 ohne Beschränkungen.
Für dich heißt das: 2026 war der Pass wie gewohnt befahrbar. Ob 2027 ein Verbot oder ein Buchungssystem kommt, ist nach unserem Wissen nicht entschieden. Lies vor der Planung einer Passfahrt im nächsten Sommer die lokalen Nachrichten. Auch Radveranstaltungen sperren die Passstraßen. 2026 war beim Sellaronda Bike Day am 6. Juni und am 12. September der Verkehr über Grödner Joch, Sellajoch, Pordoijoch und Campolongo gesperrt.
Bahnen, Karten und Anreise im Tal
Was 2026 im Grödnertal gilt.
Dolomiti Super Summer
Die Sommerkarte gilt nicht auf den Seceda-Anlagen (St. Ulrich nach Furnes, Furnes zur Seceda) und nicht auf dem Fermeda-Sessellift.
Gardena Card
Die Gästekarte des Tals galt vom 6. Juni bis 11. Oktober 2026, die Saison ist also vorbei. Das Seceda-Zeitfenster musste vorab gebucht werden. Die 6-Tage-Karte kostete für Erwachsene 160 €.
Busse
In St. Ulrich gehst du von der Haltestelle Antoniusplatz über die Rolltreppen von La Curta zur Talstation der Seceda-Bahn. Eine Gastgeber-Seite im Tal nennt seit 5. Juli 2026 einen Bus alle 8 Minuten zwischen Wolkenstein und St. Ulrich.
Mobilcard und Guest Pass
Die Mobilcard kostet 2026 für 1 Tag 22 €, für 3 Tage 32 € und für 7 Tage 52 € und gilt in Bussen und Regionalzügen. Viele Unterkünfte geben den Guest Pass kostenlos aus. Entwerte jedes Ticket vor der Fahrt.
Parkplätze in St. Ulrich sind knapp. An der Talstation der Seceda-Bahn gibt es eine Tiefgarage und einen Außenparkplatz mit über 250 Plätzen, an vollen Tagen ist der Bus aber die sicherere Wahl. Preise und Zeiten der Lifte Col Raiser, Ciampinoi, Dantercëpies und Resciesa konnten wir nicht prüfen, frag dazu direkt bei den Betreibern nach.
Skigebiet Grödnertal im Winter
Das Grödnertal und die Seiser Alm bilden ein gemeinsames Skigebiet mit 175 Kilometern Pisten und 79 Liften, so der Holiday Guide 2026 des Tals. Das Tal ist außerdem ein Einstieg in die Sellaronda, die Runde um die Sellagruppe über vier Pässe mit einem einzigen Dolomiti-Superski-Pass. Der Tagesskipass für Erwachsene kostet in der Hochsaison 2026/27 laut Dolomiti Superski 89 €. Der Start hängt vom Gebiet ab und liegt zwischen Ende November und Anfang Dezember.
Das Netz von Dolomiti Superski umfasst rund 1.200 Pistenkilometer. Mehr zu Pässen, Gebieten und der Fahrtrichtung der Sellaronda findest du in unserem Skiguide.

In der Nähe und als Nächstes
Orte und Guides, die zu einem Aufenthalt im Tal passen.

Seceda
Der Grat über St. Ulrich: Bahn-Zeitfenster, der 5-Euro-Aussichtspunkt und die Wanderungen.

Seiser Alm
Die Wiesen mit dem Langkofel dahinter, mit Straßensperre und gebuchtem Parkplatz 2026.

Villnößtal
Das Nachbartal mit der Kirche St. Magdalena unter den Geislerspitzen.

Wo übernachten
St. Ulrich, Wolkenstein oder St. Christina: welcher Standort zu welcher Reise passt.

Dolomiten-Rundreise
Wie du das Grödnertal in eine längere Route einbaust.

Beste Reisezeit
Bahnsaisons und die ruhigen Wochen dazwischen.
St. Ulrich in Südtirol als Standort
St. Ulrich (italienisch Ortisei, ladinisch Urtijëi) ist das unterste der drei Dörfer und der Standort für die Seceda: Die Talstation der Seceda-Bahn liegt in Gehweite vom Busknoten Antoniusplatz, der Weg über La Curta dauert 6 Minuten. Parkplätze im Ort sind knapp.
Hotel und Unterkunft im Grödnertal
Für einen Urlaub im Grödnertal entscheidet das Dorf über deinen Tagesablauf: St. Ulrich liegt an der Seceda-Bahn, St. Christina an der Col-Raiser-Gondel und Wolkenstein am Einstieg in die Sellaronda mit der Gondel Dantercëpies. Ob Hotel, Pension oder Ferienwohnung, jedes Dorf hat eine Bahn oder Bushaltestelle in kurzer Gehweite vom Zentrum.
Viele Unterkünfte im Tal geben den Guest Pass kostenlos aus, der Busse und Regionalzüge in Südtirol abdeckt. Hotelnamen und Zimmerpreise nennen wir hier nicht.
Grödnertal: häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen St. Ulrich und Ortisei?
Keiner, es ist dasselbe Dorf. St. Ulrich ist der deutsche, Ortisei der italienische und Urtijëi der ladinische Name. Genauso heißen St. Christina auch Santa Cristina und Wolkenstein auch Selva.
Ist das Grödner Joch für Autos gesperrt?
Nein. Das für den 1. September 2026 geplante Verbot wurde vorerst nicht umgesetzt. Stattdessen lief eine digitale Testphase zur Datenerhebung. Für den Sommer 2027 solltest du die lokalen Nachrichten prüfen.
Was kostet die Seceda-Bahn 2026?
Eine Berg- und Talfahrt ab St. Ulrich kostet im Sommer 2026 für Erwachsene 74 €, für Junioren von 8 bis 15 Jahren 37 €. Kinder bis 7 Jahre fahren mit einem zahlenden Erwachsenen gratis. Die Tickets gelten in 30-Minuten-Zeitfenstern und sind nicht erstattbar oder umbuchbar.
Welche Sprache spricht man im Grödnertal?
Ladinisch, Deutsch und Italienisch sind alle im Alltag in Gebrauch. Ladinisch wird in der Schule unterrichtet und ist in Südtirol seit 1989 dritte Amtssprache.
Liegt das Grödnertal in Südtirol oder im Trentino?
In Südtirol. Über das Sellajoch erreichst du das Trentino (Canazei), die Passstraßen führen weiter nach Belluno (Arabba). Beim Wechsel ändern sich Regeln und Verkehrsverbünde.